Mittwoch, 4. Mai 2011

Große Reise, Ferienende, letzter Term...


Die Spielgeräte

Am Kosa Beach

Eierfärben für Ostern

Osterkörbchen

Cape Three Point



Die Ruheoase-Desert Rose Lodge

letztes Abendessen-Ferienende

Beginn der Reise in Akosombo

Sonnenaufgang auf der Fähre

Ware wird abgeladen


auf dem Weg nach Tamale

Mole Nationalpark



welch Luxus!

Jeep Tour durch den Nationalpark



Western Region


Es ist nun schon über einen Monat her ist, dass ich den letzten Blogeintrag online gestellt habe und in dieser Zeit ist so einiges passiert…

Montag den 4.04 kam Jochen hier in Ghana an. Die erste Woche haben wir eigentlich komplett hier in Asikuma verbracht, da ich noch eine Woche Schule hatte und ich glaube für ihn war es zur Eingewöhnung auch ganz gut.
In dieser letzten Schulwoche haben wir mit unseren Kids noch Eier für Ostern gefärbt, Osterkörbchen gebastelt und nach ewigem hin und her stehen nun auch endlich die Spielgeräte auf dem Schulgelände.
Die gebastelten Dankeskarten sind Dank Lenas Patentante gut in Deutschland gelandet und bei dem Kuchenverkauf wurde sogar noch mehr Geld eingenommen als vorher erwartet.

Doch habe ich seitdem ich hier bin meine Meinung zu Spendengeldern grundlegend geändert. Viele Leute in den Industrieländern haben häufig die Ansicht, dass es in Afrika nichts zu essen gibt, die Menschen keine Bildung erhalten, nichts zum anziehen haben usw. Dieses Bild wird Dank der Klischee Fotos von Unicef und diverser anderer Hilfsorganisationen noch verstärkt. Ich will gar nicht bestreiten, dass es hier keine Menschen gibt die unterhalb der Armutsgrenze leben und ich kann auch nur von meinen ganz persönlichen Eindrücken speziell hier in Ghana berichten. Doch finde ich, dass durch jahrelange Spendenaktionen und falsch gelaufener Entwicklungshilfe bei einigen Menschen hier eine Art „Hand-auf-mach-Mentalität“ entstanden ist. Die Leute sehen: Aha, das Geld kommt schon irgendwoher und wir müssen noch nicht einmal etwas dafür tun. Und genau da liegt das Problem. Denn es entsteht eine Art Unmündigkeit, da die Leute davon ausgehen, dass schon irgendjemand ihre Probleme lösen wird und solange tun sie nichts. Dabei gibt es hier in Ghana genügend Reiche, die ihr eigenes Land finanziell unterstützen könnten, nur ist hier die Spendenbereitschaft (außer für die Kirche!!!) nicht sonderlich groß.
Aus diesem Grund werde ich, wenn ich wieder in Deutschland bin, regionale Projekte unterstützen sei es finanziell oder persönlich, denn dann sehe ich mit meinen eigenen Augen wie das Geld eingesetzt wird und was in dem Projekt läuft.

Nun aber zurück zu den vergangenen Wochen: Am 10.04 startete ich mit Lisa, Ko, Lena und Jochen meine große Reise. Bevor es los ging gönnten wir uns noch eine großes Bananen Pfannkuchen Frühstück, denn die kommende Woche sollte unser Frühstück nicht sehr luxuriös ausfallen. Zuerst ging es nach Akosombo am Voltastausee. Dort haben wir eine Nacht verbracht, um montags die Fährentour über den Voltastausee zu starten. Montags morgens wurden auf dem Markt noch Proviant und Strandmatten zum Schlafen eingekauft. Anschließend hies es warten, warten, warten. Wir waren bereits am frühen Vormittag an der Anlegestelle des Frachtschiffs, welches aber erst und halb 5 nachmittags los fahren sollte. Außer uns hatten noch geschätzte 25 andere Weiße die Idee mit der Schiffstour. Lag wohl an der Ferienzeit. Als dann endlich die Tore für aufs Schiff geöffnet wurden, haben Lisa und ich für uns 5 einen passablen Schlafplatz erkämpft und somit konnte die Tour losgehen. Auch wenn wir in diesen 2 Tagen weder duschen noch richtig die Toilette benutzen konnten, war die Fahrt sehr schön. Vor allem der Sonnenaufgang am ersten Morgen. Das einzige Problem war, dass wir uns etwas mit der Zeit verschätzt hatten. Wir sind davon ausgegangen, dass wir Dienstagnachmittag von der Fähre gehen, uns eine Unterkunft suchen und am nächsten Morgen die Fahrt in den Norden nach Tamale fortsetzen. Leider sind wir mittwochs mitten in der Nacht angekommen und mussten dann auf irgendwelchen Bänken im Freien schlafen. Wenigstens hatten wir dadurch die Übernachtungskosten gespart.
Mittwochs morgens mussten wir uns (ohne Scherz) mit vollem Körpereinsatz einen Platz in dem Holzboot erkämpfen, das uns ans andere Ufer bringen sollte, denn nur von dort aus ging es weiter Richtung Tamale/Norden. Und Ghanaer sind da rigoros! Es wird geboxt, geschubst was das Zeug erhält! Doch irgendwann war dann auch der letzte Obruni am anderen Ufer und so haben wir uns alle zusammengetan und ein Trotro bis nach Tamale geteilt. Für Außenstehende war das bestimmt ein lustiger Anblick: ein Trotro voll mit Obrunis.

In Tamale angekommen trennten sich unsere Wege. Nur noch Lena, Lisa, Ko, Jochen und ich machten uns auf dem Weg zum Hostel, in dem bereits Alex auf uns wartete.
Dann hieß es zuerst DUSCHEN! Denn auf dem Schiff gab es nicht wirklich die Möglichkeit zu duschen und durch die staubtrockenen Straße hatte ich überall die rote Erde hängen, als hätte man mich damit eingesprüht.
Am Abend waren wir in einem schönen Restaurant mit europäischen Speisen essen und sind danach früh ins Bett, da wir am nächsten Morgen in aller Frühe mit dem MMT(Überlandbus) zum Mole Nationalpark fahren wollten.

Nach einer kurzen Nacht (Dank unserem 30 Grad heißen Zimmer!!!) ging es Richtung Mole Nationalpark. Wir waren noch nicht einmal 5 Minuten dort, da sahen wir schon den ersten Elefanten. Da das Hotel auf einer leichten Anhöhe liegt hat man einen perfekten Blick auf den Park und ein großes Wasserloch und dort stand er…der erste RieseJ
Nachdem wir die Zimmer bezogen hatten, uns im Pool erfrischten und was gegessen hatten, ging es mit dem Jeep quer durch den Nationalpark. Das Beste war, dass man auf dem Dach sitzen konnte. Während der Jeep Tour haben wir zwar keine Elefanten gesehen, doch dafür eine einzigartige Natur und ganz viele Antilopen. Es war wunderschön!
Am nächsten Morgen ging es um 7 Uhr zu Fuß durch den Park. Puhh das war ganz schön heiß & anstrengend! Nachdem wir nach 3 ½ Stunden Fußmarsch keinen einzigen Elefanten gesehen hatten und völlig erschöpft waren breitete sich schon langsam die enttäuschte Stimmung aus.
Unser letzter Stopp war das große Wasserloch. Und dort waren sie: Drei Elefanten, die gerade mal 15 Meter von uns entfernt im Wasser planschten. Einfach einmalig und unvergesslich diese Tiere beobachten zu können!
Natürlich habe ich tausende von Fotos geschossen und wir wollten gar nicht mehr wegJ

Den Rest vom Tag haben wir komplett im hauseigenen Pool verbracht und so richtig schön gefaulenzt, denn bereits am nächsten Morgen ging es um Punkt 4 Uhr schon wieder zurück nach Tamale.

Mole Nationalpark war einfach einzigartig!

Samstagvormittag kamen wir dann wieder in Tamale an und nachdem wir nach ewig langem Suchen endlich ein passables Guesthouse gefunden hatten, ging es zum Handwerkermarkt ein paar letzte Souvenirs einkaufen. Wir gönnten uns noch ein Eis, sind ein bisschen über den Markt geschlendert und am Abend gab es Gegrilltes von der Straße.
Bevor ich es vergesse: Ich habe in Tamale richtigen Käse gegessen, der nicht einmal importiert und teuer war! Nein, original Ziegenkäse aus GhanaJ
Jochen und ich haben uns dann von den anderen 4 verabschiedet, denn die wollten weiter nach Bolgatanga reisen und für uns zwei ging es zurück nach Asikuma.

In einem Tag von Tamale zurück nach Asikuma. Das waren 12 Stunden Fahrt, kostete Nerven und war einfach nur anstrengend, doch wir haben es geschafft und das war die Hauptsache!
Sonntagabend gegen 18 Uhr waren wir dann wieder bei mir in der Wohnung.
Den Montag haben Jochen und ich uns ausgeruht und Filme geschaut. Dienstags den 19.04 fuhren wir für einen Tag nach Cape Coast und mittwochs habe ich ihm den Kokobongo Strand gezeigt.
Tja und dann war es auch schon wieder Zeit für das Kosa Beach Resort. Da es mir dort mit Mama und Papa so gut gefallen hatte, hatte ich für Jochen und mich auch ein Zimmer dort reserviert. Die letzten 4 Tage von Jochens Besuch hier in Ghana haben wir es uns einfach gut gehen lassen: Strand, Sonne und gutes EssenJ

Meine letzte Ferienwoche habe ich, wie sollte es auch anders sein, am Strand verbracht. Dienstags bin ich zusammen mit Ko zur Green Turtle Lodge an der westlichen Küste Ghanas gefahren. Dort haben wir dann zufällig noch andere Freiwillige von unserer Organisation getroffen und am späten Abend sind dann auch noch Lena und Lisa eingetroffen. Donnerstags haben wir uns Mountainbikes ausgeliehen und sind zum Cape Three Point gefahren. Das ist der südlichste Punkt Ghanas. Auch wenn die Fahrradtour wirklich sehr anstrengend war, es hatte sich gelohnt. Man hatte eine super Aussicht, denn Cape Three Point liegt auf einer Klippe.
Gegen Nachmittag kamen wir wieder zurück, checkten aus und fuhren weiter zur Desert Rose Lodge. Dort haben wir dann die letzten Tage bis Sonntag verbracht. Wir hatten zwar etwas Pech mit dem Wetter, doch es war trotzdem schön und so waren plötzlich schon 3 Wochen Ferien vorbei…

Heute haben wir den 3.05 und der erste Schultag liegt schon hinter mir. Wie auch letzten Term waren heute kaum Kinder da und es wird momentan nur die Schule geputzt und wieder hergerichtet. Diese Woche wird nicht sonderlich viel laufen.
Aus diesem Grund fahren Lena und ich morgen nach Cape Coast, um unsere Checks einzulösen und hoffentlich einen neuen Internetstick kaufen zu können, denn momentan sind wir noch völlig von der Außenwelt abgeschnitten.
Donnerstag und Freitag werden wir die Spielgeräte bunt anmalen und die Bücherei putzen. Am Wochenende steht „Ajumako Run“ an. Das ist ein Lauf, den ein Freiwilliger aus unserem Nachbarort organisiert hat und wir wollen ihn natürlich tatkräftig dabei unterstützen;)

Die Woche drauf findet mein letztes Zwischenseminar am Krokobite Strand statt und dort wird Annette Samstags auch ihren Geburtstag feiern.

Wie immer ist alles ziemlich verplant;)

Freitag, 1. April 2011

April, April!


Man glaubt es kaum, doch selbst in Ghana gibt es diese alljährliche Tradition: Am 1. April versucht jeder jeden schön in den April zu schicken. So bin ich heute Morgen natürlich auch schön darauf reingefallen…
Ein Schüler kommt aufgebracht zu mir und erzählt mir ganz aufgeregt, dass ich doch sofort zu seinem Klassenlehrer gehen solle, da etwas Schlimmes passiert sei.
Ich mache mir natürlich 1000 Gedanken und stelle mir schon die verrücktesten Dinge vor. Doch als ich dann vor dem besagten Lehrer stehe, hat er keine Ahnung wovon ich rede. Natürlich steht schon eine Horde Schüler hinter mir und schreit auf Fante: APRIL APRIL!
Von wegen andere Länder andere Sitten;)

Was hier sonst noch gerade so passiert? Es geht die Bindehautentzündung oder hier auch Apollo genannt, rum. Erst hatte es Lisa, dann Alex, dann Simon, dann Teresa und da ich das ganze Wochenende in der Cape WG war, nun auch ichL
Dienstagnacht ging es los und ist bis jetzt immer noch nicht ganz weg, sehr unschöne Sache und mega unangenehm! Aber na ja ein Indianer kennt ja bekanntlich keinen Schmerz und so bin ich auch heute wieder in die Schule, denn den ganzen Tag nur daheim rum sitzen wird ziemlich schnell ziemlich langweilig und irgendwie fehlen einem die Kids.

Letzten Freitag wurde von unserer ghanaischen Mentorin Gifty (die ab genau heute nicht mehr im Amt ist, da sie gekündigt hat;) ) ein Cainingworkshop organisiert, da  es viele Freiwilligen schwer fällt mit dem Caining umzugehen und die Lehrer das teilweise nicht verstehen.
An sich war der Workshop wirklich interessant und es war eine neue Erfahrung die Meinungen unserer ghanaischen Partnerorganisationen zu hören, doch das Resultat am Ende war etwas ernüchternd.
Am Ende sollten beide Seiten, ghanaische Partnerorganisation, als auch Freiwillige kurz Zusammenfassungen was die Vorteile, Herausforderungen und Probleme an unserm Jahr in Ghana sind.
Tja dabei kam dann heraus, dass es für uns FW vor allem um den interkulturellen Austausch geht, doch für unsere lieben PO ist vor allem wichtig, dass wir Computer und Spielsachen bringen, eine Bücherei eröffnen…es wurden nur materielle Dinge aufgezählt…
Bei den Problemen nannten wir kulturelle Unterschiede, mangelnde Kommunikation. Von den PO wurde betont, dass wir zu neugierig sind, nicht richtig unsere Kleidung und uns selbst waschen und zu viel reden.
Wenn man so etwas hört, dann kommt einem schon der Gedanke: Was ist dann bitte noch der Sinn von dem Ganzen?

Doch hat sich davon keiner die Stimmung verderben lassen und so haben wir abends im Elmina Beach Resort  gefeiert. Der Rest vom Wochenende war relatv unspektakulär. Samstags war Ausruhen angesagt und sonntags war ich mit Lisa noch ein bisschen in Cape unterwegs, da dort jeden Sonntag großer Markt ist und man super günstig Secondhand Sachen einkaufen kann. Als ich gegen Nachmittag zu Hause war, kamen kurz darauf auch schon Lena und ihre Patentante + Mann. Wir haben dann noch zusammen gekocht und dann war das Wochenende auch schon wieder zu Ende.
Dienstags war Lenas Geburtstag und da wir eh unseren Check für April in Cape einlösen mussten, hat sie uns alle zum Frühstücken eingeladen. Die Gelegenheit habe ich dann gleich genutzt um mich mit antibiotischen Augentropfen etc. einzudecken.

Morgen, an Omas 70. Geburtstag;), werde ich mir zuerst am Kokobongo Strand die Sonne auf den Bauch strahlen lassen und abends wird in Moree gegrillt. Ich freu mich drauf!
Am Montag hole ich dann auch schon Jochen vom Flughafen ab und ein paar Tage darauf geht es 3 Wochen auf große Reise!
Ihr werdet also ziemlich lange nichts von mir hören;)

In diesem Sinne: Macht´s gut, haltet die Ohren steif und bekommt bitte keine Bindehautentzündung;)

Sonntag, 20. März 2011

Besuch, Independence Day und plötzlich ist es schon Mitte März

Independence Day

Cape Coast- unterwegs zur MTN Party

Entschuldigt, dass ihr so lange auf diesen Blogeintrag warten musstet, aber ich war viel unterwegs und musste mich etwas motivieren um endlich mal wieder mit dem Schreiben zu beginnen.
Seit zwei Wochen sind meine Eltern nun schon wieder zu Hause und ich habe zwei wundervolle Wochen mit ihnen verbracht.
Das Beste war natürlich die Flughafenszene: Mama sieht mich und rennt mir schreiend in die Arme:-D Hihi die anderen Leute haben ganz schön blöd geschaut.
Für mich war es einmalig, immerhin hatte ich die zwei ganze 6 Monate nicht mehr gesehen.

Es war interessant zu sehen, wie Ghana auf sie wirkt und was sie für einen Eindruck von dem Land bekommen haben, in dem ich für ein Jahr lebe.
Die erste Woche waren wir hier in Asikuma und sie durften unsere Eimerdusche und das Plumpsklo genießen, dann ging es nach Kumasi, Cape Coast und am Ende in ein schönes Beach Resort. Am Anfang war es wirklich ein seltsames Gefühl mit ihnen gemeinsam hier in Ghana zu sein. Denn das passte nicht in mein gewohntes Bild – Mama und Papa in Ghana.
Nichts desto trotz habe ich die Zeit mit ihnen sehr genossen und bin sehr froh, dass sie mich hier besucht haben, auch wenn der Abschied ziemlich traurig war.
Doch es geht weiter.

Sonntag den 6. März hat Ghana seinen Unabhängigkeitstag gefeiert. Um ca. halb 7 Uhr morgens war Treffpunkt an der Schule, um danach zusammen zu einem großen Platz zu laufen, auf dem das Marching von mehreren Schulen und deren Schüler stattfinden sollte.
Tja Lena und ich standen pünktlich an der Schule, doch irgendwie waren kaum Schüler da. So wurde es dann halb 9, bis wir uns mal auf den Weg machten, denn jeder Schüler/in musste noch „schick“ gemacht werden. Das große Marching war wirklich eine interessante Angelegenheit, denn es waren 1500 Schüler anwesend, die alle einmal um den Platz marschiert sind. Und ja ich habe meine Versprechen gehalten und bin schön mit marschiertJ
Leider habe ich mir dabei auch einen Sonnenbrand als Andenken mitgenommen, denn Lena und ich hatten in der Eile die Sonnencreme vergessen und nicht daran gedacht, dass wir uns im heißesten Monat des Jahres befinden und es auf dem Platz keinen Schatten geben wird.

Gegen Nachmittag ging es nach Cape Coast in die WG, denn wir wollten eigentlich am Abend ein bisschen feiern gehen, wenn man schon einmal in seinem Leben den Unabhängigkeitstag Ghanas miterlebt. Leider hatten wir uns davon zu viel erhofft, denn die Stadt war völlig ausgestorben. So sind wir eben nur von einer Bar zur nächsten gezogen um jedes Mal von einer gähnenden Leere begrüßt zu werden.
Doch davon haben wir uns die Stimmung nicht verderben lassen und irgendwie wurde es dann doch noch ein guter Abend!:)

Den Montagmorgen habe ich noch gemütlich bei einem langen Frühstück in der Cape WG angefangen, um dann gegen Mittag in den Osten Ghanas zu fahren, um es genau zu sagen nach Koforidua. Dort wollten Lena und ich uns am Dienstagvormittag (denn wir hatten als einzige Schulfrei) ein Kakauinstitut anschauen.
Das war jedoch leichter gesagt als getan, denn dieser Plan ist dieses Mal nicht wegen überfülltem Trotro, absoluter Orientierungslosigkeit oder Zeitmangel gescheitert –Nein- es hatte schlicht und einfach niemand Lust uns das Institut zu zeigen.
Ghana ist für mich in so vielen Situationen dermaßen Widersprüchlich… Auf der einen Seite sind die Leute unheimlich freundlich, wenn man z.B. nach dem Weg fragt, erwartet man aber eine Dienstleistung, dann ist es mit der Freundlichkeit seltsamerweise ganz schnell vorbei.

So haben wir uns mehr oder weniger umsonst auf den weiten Weg nach Koforidua gemacht, um unseren freien Tag damit zu verbringen wieder nach Hause zu fahren.

Mittwochs war dann mein erster Schultag nach 2 ½ Wochen Urlaub. Tja und irgendwie fing dann halt auch relativ schnell der Alltag wieder an: morgens früh aufstehen, Schule, Kunstunterricht usw. Was vielleicht noch erwähnenswert ist, ist dass wir freitags die Organisation des Games Day in die Hand genommen haben. Eigentlich sollte dieser nämlich schon mittwochs stattfinden, doch irgendwie fühlte sich mal wieder niemand dafür verantwortlich. So haben wir mit über 100 Kindern Tunnelball, Wettrennen und Gruppenseilspielringen gespielt. Ich kann euch sagen, über 100 aufgedrehte Kidis ein Spiel zu erklären ist wirklich eine Herausforderung. Aber sie hatten alle großen Spaß dabei und das war die HauptsacheJ

Nach der Schule wollten Lena und ich direkt für das ganze Wochenende in die Cape WG fahren, doch leider hat uns der Regen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Eigentlich befinden wir uns mitten in der Trockenzeit und an der Küste regnet es auch eigentlich nie, dafür bei uns umso mehr habe ich das Gefühl. Ich hätte ja auch nichts gegen den Regen, wenn nicht gleich immer für Stunden Stromausfall folgen und es nicht in mein Zimmer reinregnen würde!!!
Irgendwann hatte es dann aber doch aufgehört zu schütten und so waren wir am Abend in Cape Coast bei den anderen.

Samstag den 12. März waren Lena, Lisa und ich erst in der Stadt ein paar Dinge erledigen und einkaufen. Gegen Mittag ging es dann wieder zurück in die WG, in der bereits Ko auf uns wartete, um die „große Reise“ zu planen. Denn ab dem 10.04 geht es zuerst mit der Fähre über den Voltastausee, um dann weiter in die Norden nach Tamale zu fahren. Anschließend steht der Mole Nationalpark auf dem Plan, denn wenn man schon in Ghana ist und die Möglichkeit hat Elefanten zu sehen, dann will man diese auch nutzen;)
Nach erfolgreicher Planung bei Gitarrenmusik, wurde gekocht, für den Abend rausgeputzt und am Ende sind wir dann auf einer MTN Party gelandet. Wir waren zwar die einzigen Weißen, aber die Musik und die Stimmung war gut und so wurde es ein guter Abend.

Sonntags fand dann der übliche Haushaltstag statt: Putzen, Wasser holen und ein bisschen vom Wochenende erholen. Ach ja und mit Mama und Papa skypen, wie jeden Sonntag.

Die Woche vom 14.03-18.03 habe ich überwiegend damit verbracht mich über meine Chefs und den Typ von den Spielgeräten zu ärgern. Für alle die, die es noch nicht wissen: Wir haben für insgesamt 600 Cedis eine Schaukel, eine Wippe und ein Karussell bestellt, denn die Kinder haben in der Schule keinerlei Spielmöglichkeiten. Außerdem wurde uns dieses Projekt vom Schulleiter vorgeschlagen, mit der Bitte es finanziell zu UNTERSTÜTZEN. Die Betonung liegt hier ganz bewusst auf unterstützen. Er hatte nämlich nichts davon erwähnt, dass die Schule gar kein Geld zur Verfügung hat und das Ganze dann am Ende so aussieht, dass wir die Spielgeräte komplett finanzieren. Dieses Debakel haben wir aber leider erst erfahren, als wir dem Spielgerätemensch schon 300 Cedis angezahlt hatten!
Nun können wir uns darum kümmern die restlichen 300 Cedis zu besorgen. 200 Cedis werden wir uns wohl irgendwie von unserem Projektgeld zusammen sparen und die restlichen 100 Cedis bekommen wir hoffentlich/wahrscheinlich von einem Kuchenverkauf an Lenas alter Schule, den ihre Schwester für uns organisieren wird.
Da wir aber nicht möchten, dass die Schule „einfach so“ dieses gespendete Geld bekommt, werden wir mit jeder Klasse Dankeskarten basteln, die Lenas Tante mit nach Deutschland nehmen wird, sodass beim Kuchenverkauf jeder, der ein Stück Kuchen kauft auch eine Dankeskarte von einem unserer Kinder bekommt.

Mitte der Woche haben wir dem „Typ“ einen Besuch abgestattet, um zu schauen, was er bisher mit unseren 300 Cedis geschafft hat. Das Ergebnis war sehr ernüchternd. Es ist keines der drei Spielgeräte fertig und die Verarbeitung, als auch das Material lässt zu wünschen übrig.
Als ich ihm dann erklärt habe, dass ich mit seiner bisherigen Arbeit nicht zufrieden bin und ich mir nicht vorstellen kann, dass das die ganze Arbeit für 300 Cedis sein soll, war er mehr oder weniger auch noch beleidigt und will nächste Woche das restliche Geld sehen.
Man kostet das Nerven!!!

Freitags fand in der Schule eine Talent Show statt, bei der jeder Schüler/in die Möglichkeit hatte sein ganz persönliches Talent vor der ganzen Schule unter Beweis zu stellen.
Ich fand es sehr mutig, dass sich Zweitklässlerinnen alleine vor die ganze Schule gestellt haben und ein Lied performt haben. Ich glaube ich hätte mich das in diesem Alter nicht getraut:-D

Ansonsten habe ich dieses Wochenende nicht viel gemacht. Freitags Abend bei Mousse au Chocolat und Ananas einen Film geschaut, am Samstag war ich mit Lena und Lisa am Biriwa Strand und heute hieß es wieder Wasser holen, putzen…der übliche Sonntag eben.

Für alle die denken, dass ich völlig abgeschnitten vom Weltgeschehen lebe: Ich bin bestens über Japan, Lybien, die Spritpreiserhöhung wegen dem Biosprit E10 informiert und das Knut gestorben ist, weiß ich dank unserer Internetflatrate auch;)
Auch wenn ich mitten im Regenwald sitze, kein fließend Wasser und ein Plumpsklo habe, heißt das ja noch lange nicht, dass man auf jeden Luxus verzichten muss;)
Frau setzt eben Prioritäten…



Canoppy Walkway im Kakum Nationalpark


Kosa Beach Resort


Mama und Papa am Kokobongo Strand

Kumasi-Kulturzentrum

Cape Coast Castle



Cape Castle







letzter Abend...   

Sonntag, 6. Februar 2011

Wenn die Zeit rennt…

Seit meinem letzen Blogeintrag ist wieder viel Zeit vergangen und so einiges passiert.
Ich beginne am besten mit den Ereignissen im Projekt.
Gerade läuft es richtig gut und ich habe immer alle Hände voll zu tun. Während den letzten 2 Wochen haben Lena und ich für die 1. und die 2. Klasse jeweils eine Zahnputzstunde organisiert. Der Grund dafür war, dass uns aufgefallen ist, dass einige Kinder ein großes Karies Problem haben, was vermutlich darin zu begründen ist, dass sie zu viele Süßigkeiten essen und dann auch keinen großen Wert auf ihre Zahnpflege gelegt wird.

Als kleine Einführung haben wir zusammen mit den Kindern eine Tabelle erarbeitet, welche Lebensmittel „gut“ für die Zähne sind und welche „schlecht“.
Dann hat jedes Kind eine Zahnbürste bekommen, einen Klecks Zahnpasta und los gingsJ
In einer Stunde habe ich erklärt was für Bewegungen beim Zähneputzen wichtig sind und Lena hat es ihnen vorgeführt. In der anderen Stunde haben wir diese Aufgabe dann getauscht.

Ich glaube, dass die Kinder richtig viel Spaß dabei hatten und es eine gute Entscheidung war, so eine kleine „Hygieneeinheit“ mit ihnen zu machen. Am Ende der Stunde durfte dann auch jedes Kind seine Zahnbürste mit nach Hause nehmen. Das hat sie dann noch mal umso mehr gefreutJ

Ansonsten bin ich immer noch fleißig am Mülleimer nähen und wir arbeiten ständig an der Verbesserung und Intensivierung unseres Recyclingprojekts. Der 4. Mülleimer ist bereits fertig und am Montag werden wir beim Assembly verkünden, dass diese ab jetzt auf dem ganzen Schulgelände verteilt stehen und als „Watersachetauffangbecken“ dienen.
Denn trotz der vielen „Attention-Plakate“, die wir in der ganzen Schule aufgehängt haben liegen täglich noch viel zu viele Sachets auf dem Boden.
Es stehen auf dem Schulgelände zwar zwei Mülleimer, die nur für die leeren Sachets gedacht sind, doch sind das einfach zu wenige. Da wird z.B. das Wasser während der Pause getrunken, dann steht in der Nähe kein Mülleimer und so landet das leere Sachet eben auf dem Boden.
Doch in Deutschlands Schulen ist das ja auch ein alltägliches Bild. Der Mensch ist nun mal von Natur aus faulJ

In der letzten Schulwoche haben wir nun auch endlich mit der Lesenachhilfe für die 4. und 5. Klasse begonnen. Das Ganze läuft so ab, dass wir uns die vier schlechtesten Schüler bzw. die, die nicht lesen können, für jeweils eine halbe Stunde aus dem Unterricht nehmen und mit ihnen Lesen üben. Wobei Lesen üben etwas übertrieben ist. Ich mache es mit meinen Schülern so, dass ich sie auf einem Blatt Papier das Alphabet selbst aufschreiben lasse und dass wir für jeden Buchstaben 4 Wörter, die mit dem Buchstaben beginnen, aufschreiben. Ziel dabei ist, dass der Buchstabe bei jeweils 2 von den 4 Wörtern gleich klingen sollte wie z.B. dass bei apple und assembly das a wie ein ä ausgesprochen wird.
Durch solche Übungen hoffe ich, dass ich zumindest einen kleinen Teil dazu beitragen kann, ihnen die englische Sprache etwas näher zu bringen.

Dann finden natürlich noch wöchentlich unsere Büchereistunden statt, in denen wir mit unseren Kids fleißig am Lesen üben sind. Um die Bücherei etwas zu verschönern, haben wir mal wieder die Pinsel geschwungen. Beweisfotos füge ich dem Blogeintrag hinzu!
Ach und es wurde mal wieder versucht einzubrechen. Nun können wir uns einen neuen Türrahmen anfertigen lassen und vielleicht auch eine neue Tür.
Das war jetzt schon das zweite Mal, zuerst das Office und jetzt die Bücherei…
In der letzten Woche haben wir auch die neue Borrow Box eingeweiht. Das ist eine Holzkiste, in der wir Spielsachen wie Springseile, Fußball, Twister, Badminton Sets usw. aufbewahren. Die Kinder haben  zwei Mal pro Woche die Möglichkeit in der Pause etwas auszuleihen. Wir schreiben dann in ein kleines Büchlein wer was ausgeliehen hat und nach der Pause müssen die Spielsachen wieder zurück gebracht werden.
Die Box kommt sehr gut an. Wir wurden am Donnerstag schon richtig belagert und wir mussten aufpassen, dass es keinen Streit zwischen den Kindern gibt. Doch es ist schön zu sehen, dass sie nun Beschäftigung während der Pause haben, denn normalerweise sind keine Spielgeräte vorhanden.
Wir machen diese Ausleihaktion nur zwei Mal pro Woche, da es was Besonderes für die Kinder sein soll und nicht als selbstverständlich gesehen werden soll.

So das waren die Neuigkeiten aus der Schule. Zurück zum privaten TeilJ
Letztes Wochenende war ich in Cape Coast. Lisa Lena und ich sind in die Stadt um einiges an Lebensmitteln einzukaufen, die es bei uns im Ort nicht gibt oder einfach wesentlich teurer sind(Cornflakes, Milch, Mango, Ananas, Spaghetti, Haferflocken usw.). Dann haben Lena und ich uns Dank Lenas Eltern einen Mixer leisten können, in dem wir uns jetzt leckere Smoothies zubereitenJ
Nach der ersten Einkaufsrunde haben wir uns mit Marten und Simon in meinem Lieblingsrestaurant Baobab getroffen und haben dort zu Mittag gegessen. Danach sind die Jungs mit samt unseren Einkäufen zurück in die WG gefahren und wir Mädels waren noch etwas shoppen. Eigentlich war für abends noch ein Besuch der Beach Party in Elmina geplant, doch durch den Einkaufsmarathon und den ganzen Tag in der Sonne, sind wir alle in der WG geblieben und haben einen Filmabend gemacht.
Nach einem ausgedehnten Sonntags Frühstück sind wir (beladen mit ca. 20 Tüten) Richtung Trotro Station. Für die Cape Leute gings an den Strand und für Lena und mich zurück nach Asikuma. Da wir bereits den 30.01 schrieben, wir nun 5 Monate in Ghana waren und das irgendwie gefeiert werden musste, gönnten wir uns glatt ein 3-Gänge MenüJ
Als Vorspeise gab es Bruschetta mit Mango-Ananas-Bananen Smoothy, zum Hauptgang wurde Chinagemüse mit Sojachunks und Nudeln serviert und als Nachtisch sollte es eigentlich Mousse au Chocolat mit Früchten geben, doch wir waren so satt, dass wir den erst montags geschafft haben!

Dieses Wochenende war ich mal wieder in Accra. Wir sind bereits am Freitag in der Früh losgefahren, damit wir bei der Bank unseren Check noch einlösen konnten. Nach dem Besuch bei Barclays waren Lisa, Lena und ich mal wieder groß einkaufen. Ich merke gerade, dass sich meine Shoppingtouren in letzter Zeit häufen:-D Doch ich habe mir vorgenommen, die ganzen Dinge, die ich mir aus Ghana mitnehmen möchte, nicht erst am Ende zu kaufen, da ich da wahrscheinlich mit genügend anderen Dingen beschäftigt bin. So muss das halt jetzt erledigt werdenJ
Nach diesem Wochenende bin ich um ein Kleid, einen Rock, eine Ledertasche, Schmuck und ein paar Flip Flops reicher. Am Abend waren wir dann nur noch in einer Bar was trinken uns sind gegen 12 Uhr zurück ins Hostel.
Am nächsten Morgen stand das National Museum auf dem Programm. Wenn man schon ein Jahr lang in Ghana lebt, dann darf ein Besuch dort nicht fehlen!
Danach ging es wieder zurück nach Asikuma. Die Fahrt hat eeewig gedauert. Einmal wurde unser Bus eine halbe Stunde lang von der Polizei fest gehalten und in Accra war wie gewöhnlich ein hohes Verkehrsaufkommen und wir haben ewig gebraucht, bis wir aus der Stadt draußen waren.

Nun ist es Sonntag der 6.02. und es sind nur noch 2 Wochen bis Mama und Papa bei mir sindJ

Zahnputzaktion


Früchtemeer (Mango,Ananas,Wassermelone,Orangen,Papaya)

National Museum-Accra

National Museum

Nusery Kids

3-Gänge Menü

Bücherei

Vorspeise

Kweku