Sonntag, 6. Februar 2011

Wenn die Zeit rennt…

Seit meinem letzen Blogeintrag ist wieder viel Zeit vergangen und so einiges passiert.
Ich beginne am besten mit den Ereignissen im Projekt.
Gerade läuft es richtig gut und ich habe immer alle Hände voll zu tun. Während den letzten 2 Wochen haben Lena und ich für die 1. und die 2. Klasse jeweils eine Zahnputzstunde organisiert. Der Grund dafür war, dass uns aufgefallen ist, dass einige Kinder ein großes Karies Problem haben, was vermutlich darin zu begründen ist, dass sie zu viele Süßigkeiten essen und dann auch keinen großen Wert auf ihre Zahnpflege gelegt wird.

Als kleine Einführung haben wir zusammen mit den Kindern eine Tabelle erarbeitet, welche Lebensmittel „gut“ für die Zähne sind und welche „schlecht“.
Dann hat jedes Kind eine Zahnbürste bekommen, einen Klecks Zahnpasta und los gingsJ
In einer Stunde habe ich erklärt was für Bewegungen beim Zähneputzen wichtig sind und Lena hat es ihnen vorgeführt. In der anderen Stunde haben wir diese Aufgabe dann getauscht.

Ich glaube, dass die Kinder richtig viel Spaß dabei hatten und es eine gute Entscheidung war, so eine kleine „Hygieneeinheit“ mit ihnen zu machen. Am Ende der Stunde durfte dann auch jedes Kind seine Zahnbürste mit nach Hause nehmen. Das hat sie dann noch mal umso mehr gefreutJ

Ansonsten bin ich immer noch fleißig am Mülleimer nähen und wir arbeiten ständig an der Verbesserung und Intensivierung unseres Recyclingprojekts. Der 4. Mülleimer ist bereits fertig und am Montag werden wir beim Assembly verkünden, dass diese ab jetzt auf dem ganzen Schulgelände verteilt stehen und als „Watersachetauffangbecken“ dienen.
Denn trotz der vielen „Attention-Plakate“, die wir in der ganzen Schule aufgehängt haben liegen täglich noch viel zu viele Sachets auf dem Boden.
Es stehen auf dem Schulgelände zwar zwei Mülleimer, die nur für die leeren Sachets gedacht sind, doch sind das einfach zu wenige. Da wird z.B. das Wasser während der Pause getrunken, dann steht in der Nähe kein Mülleimer und so landet das leere Sachet eben auf dem Boden.
Doch in Deutschlands Schulen ist das ja auch ein alltägliches Bild. Der Mensch ist nun mal von Natur aus faulJ

In der letzten Schulwoche haben wir nun auch endlich mit der Lesenachhilfe für die 4. und 5. Klasse begonnen. Das Ganze läuft so ab, dass wir uns die vier schlechtesten Schüler bzw. die, die nicht lesen können, für jeweils eine halbe Stunde aus dem Unterricht nehmen und mit ihnen Lesen üben. Wobei Lesen üben etwas übertrieben ist. Ich mache es mit meinen Schülern so, dass ich sie auf einem Blatt Papier das Alphabet selbst aufschreiben lasse und dass wir für jeden Buchstaben 4 Wörter, die mit dem Buchstaben beginnen, aufschreiben. Ziel dabei ist, dass der Buchstabe bei jeweils 2 von den 4 Wörtern gleich klingen sollte wie z.B. dass bei apple und assembly das a wie ein ä ausgesprochen wird.
Durch solche Übungen hoffe ich, dass ich zumindest einen kleinen Teil dazu beitragen kann, ihnen die englische Sprache etwas näher zu bringen.

Dann finden natürlich noch wöchentlich unsere Büchereistunden statt, in denen wir mit unseren Kids fleißig am Lesen üben sind. Um die Bücherei etwas zu verschönern, haben wir mal wieder die Pinsel geschwungen. Beweisfotos füge ich dem Blogeintrag hinzu!
Ach und es wurde mal wieder versucht einzubrechen. Nun können wir uns einen neuen Türrahmen anfertigen lassen und vielleicht auch eine neue Tür.
Das war jetzt schon das zweite Mal, zuerst das Office und jetzt die Bücherei…
In der letzten Woche haben wir auch die neue Borrow Box eingeweiht. Das ist eine Holzkiste, in der wir Spielsachen wie Springseile, Fußball, Twister, Badminton Sets usw. aufbewahren. Die Kinder haben  zwei Mal pro Woche die Möglichkeit in der Pause etwas auszuleihen. Wir schreiben dann in ein kleines Büchlein wer was ausgeliehen hat und nach der Pause müssen die Spielsachen wieder zurück gebracht werden.
Die Box kommt sehr gut an. Wir wurden am Donnerstag schon richtig belagert und wir mussten aufpassen, dass es keinen Streit zwischen den Kindern gibt. Doch es ist schön zu sehen, dass sie nun Beschäftigung während der Pause haben, denn normalerweise sind keine Spielgeräte vorhanden.
Wir machen diese Ausleihaktion nur zwei Mal pro Woche, da es was Besonderes für die Kinder sein soll und nicht als selbstverständlich gesehen werden soll.

So das waren die Neuigkeiten aus der Schule. Zurück zum privaten TeilJ
Letztes Wochenende war ich in Cape Coast. Lisa Lena und ich sind in die Stadt um einiges an Lebensmitteln einzukaufen, die es bei uns im Ort nicht gibt oder einfach wesentlich teurer sind(Cornflakes, Milch, Mango, Ananas, Spaghetti, Haferflocken usw.). Dann haben Lena und ich uns Dank Lenas Eltern einen Mixer leisten können, in dem wir uns jetzt leckere Smoothies zubereitenJ
Nach der ersten Einkaufsrunde haben wir uns mit Marten und Simon in meinem Lieblingsrestaurant Baobab getroffen und haben dort zu Mittag gegessen. Danach sind die Jungs mit samt unseren Einkäufen zurück in die WG gefahren und wir Mädels waren noch etwas shoppen. Eigentlich war für abends noch ein Besuch der Beach Party in Elmina geplant, doch durch den Einkaufsmarathon und den ganzen Tag in der Sonne, sind wir alle in der WG geblieben und haben einen Filmabend gemacht.
Nach einem ausgedehnten Sonntags Frühstück sind wir (beladen mit ca. 20 Tüten) Richtung Trotro Station. Für die Cape Leute gings an den Strand und für Lena und mich zurück nach Asikuma. Da wir bereits den 30.01 schrieben, wir nun 5 Monate in Ghana waren und das irgendwie gefeiert werden musste, gönnten wir uns glatt ein 3-Gänge MenüJ
Als Vorspeise gab es Bruschetta mit Mango-Ananas-Bananen Smoothy, zum Hauptgang wurde Chinagemüse mit Sojachunks und Nudeln serviert und als Nachtisch sollte es eigentlich Mousse au Chocolat mit Früchten geben, doch wir waren so satt, dass wir den erst montags geschafft haben!

Dieses Wochenende war ich mal wieder in Accra. Wir sind bereits am Freitag in der Früh losgefahren, damit wir bei der Bank unseren Check noch einlösen konnten. Nach dem Besuch bei Barclays waren Lisa, Lena und ich mal wieder groß einkaufen. Ich merke gerade, dass sich meine Shoppingtouren in letzter Zeit häufen:-D Doch ich habe mir vorgenommen, die ganzen Dinge, die ich mir aus Ghana mitnehmen möchte, nicht erst am Ende zu kaufen, da ich da wahrscheinlich mit genügend anderen Dingen beschäftigt bin. So muss das halt jetzt erledigt werdenJ
Nach diesem Wochenende bin ich um ein Kleid, einen Rock, eine Ledertasche, Schmuck und ein paar Flip Flops reicher. Am Abend waren wir dann nur noch in einer Bar was trinken uns sind gegen 12 Uhr zurück ins Hostel.
Am nächsten Morgen stand das National Museum auf dem Programm. Wenn man schon ein Jahr lang in Ghana lebt, dann darf ein Besuch dort nicht fehlen!
Danach ging es wieder zurück nach Asikuma. Die Fahrt hat eeewig gedauert. Einmal wurde unser Bus eine halbe Stunde lang von der Polizei fest gehalten und in Accra war wie gewöhnlich ein hohes Verkehrsaufkommen und wir haben ewig gebraucht, bis wir aus der Stadt draußen waren.

Nun ist es Sonntag der 6.02. und es sind nur noch 2 Wochen bis Mama und Papa bei mir sindJ

Zahnputzaktion


Früchtemeer (Mango,Ananas,Wassermelone,Orangen,Papaya)

National Museum-Accra

National Museum

Nusery Kids

3-Gänge Menü

Bücherei

Vorspeise

Kweku



Dienstag, 18. Januar 2011

Thoughts...


Es gibt Momente, in denen ich mich frage: Warum bin ich überhaupt hier?
Wenn ich wie jeder andere Ghanaer um einen begehrten Platz in einem Taxi oder Trotro nach Breman Asikuma kämpfe, sich dabei jedoch leider alle über den Obruni amüsieren, der um seinen Sitzplatz kämpft.
Soll ich denn nur weil ich weiß bin, mich nicht wie alle anderen verhalten?

Oder ist es so abwegig sich zu beschweren, wenn ein Taxifahrer versucht auf seine Rückbank eine über 100 Kilo schwere Frau zu quetschen, auf der bereits 3 Personen sitzen und er noch nicht mal mehr die Tür zubekommt?
Da hätte sich ein Ghanaer auch lauthals beklagt, denn es ist bei weitem nicht so, dass die ghanaischen Fahrgäste sich alles gefallen lassen würden. Doch wenn der Obruni sich wehrt, dann wird sich über ihn lustig gemacht.
Warum?

Ich muss zugeben, dass es viele Momente gibt, in denen ich mir einfach denke, dass ich endgültig genug von Ghana habe, einfach nur meine Sachen packen will und nach Hause fliegen möchte.

Doch dann kommen Augenblicke, die diese ganzen schlechten Momente völlig in den Schatten stellen…

…wenn unsere Schüler schon fast ein Wettrennen veranstalten, nur um die leeren Watersachets für unser Recyclingprojekt vom Boden aufzusammeln

… wenn die kleine Richarda mir morgens in die Arme springt

… wenn Eric völlig fasziniert unsere selbst genähten Mülleimern bewundert

… wenn unsere wunderbare Schulköchin mir mit ihrem schönsten Lächeln mein Mittagessen überreicht

… wenn sich unsere Bananenfrau freut, nur weil wir sie immer grüßen und fragen wie es ihr geht

… wenn ich mit einem leckeren Fruchtshake am Kokobongo Strand sitze und die Sonne und das Meer genieße

Es sind so viele kleine Dinge, die mir beinahe täglich die Bestätigung geben, dass es die richtige Entscheidung war dieses Jahr zu machen.

Nun aber genug von meinen Gedankengängen.
Ich komme zurück zum Alltag:
Momentan bin ich in der Schule ziemlich ausgelastet. Wenn keine Kunst- oder Büchereistunden stattfinden, werden fleißig Mülleimer genäht, Recyclingplakate aufgehängt und andere kleine Dinge erledigt.
Über Langeweile kann ich wirklich nicht klagenJ
Dadurch verfliegen die Wochentage und der Besuch von Mama und Papa rückt immer näher, ich kann es kaum erwarten!

Letztes Wochenende war Lisa bei uns zu Besuch und wir haben es uns mit Käsefondue, Mousse au Chocolat und einigen Filmen gut gehen lassen. Sonntags sind wir dann noch an den Strand gefahren um das schöne Wochenende gebührend ausklingen zu lassen.
Seit letzter Woche ist eine dritte deutsche Freiwillige hier in Asikuma. Sie bleibt allerdings nur für 4 Monate und arbeitet im Krankenhaus. Wir haben uns mit ihr samstags in einer Bar hier im Ort getroffen und ihr anschließend noch unsere gemütliche Behausung gezeigt.

Ansonsten gibt es eigentlich nicht viel neues, außer vielleicht noch, dass sich das Klima um 180 Grad gedreht hat. Man glaubt es kaum, doch ich friere momentan nachts sogar richtig und brauche zum Schlafen zwei Decken!
Dafür ist der Wüstenwind Harmattan  verantwortlich, der zurzeit sein „Unwesen“ treibt.
Es sieht den ganzen Tag nach Nebel aus, was jedoch täuscht, denn das ist der feine Wüstensand, dank dem auch unsere gesamte Wohnung am Einstauben ist!
Doch ich will mich gar nicht beklagen, denn ich finde die Temperaturen soooo angenehmJ
Ich habe fast vergessen, wie es ist mal nicht den ganzen Tag zu schwitzen.

Dienstag, 11. Januar 2011

Recyclingprojekt gestartet!






Der 1. Mülleimer ist bereits genäht, weitere werden kommen und ab jetzt werden in der Schule fleißig die Watersachets gesammelt!
Hier in Ghana trinkt man das Wasser nämlich aus 500ml "Plastiktüten" den sogenannten Waterbags/Watersachets.
Leider tragen diese Sachets zum großen Müllproblem Ghanas bei, denn sie werden in den meisten Fällen nach dem Austrinken achtlos auf den Boden geworfen.
Aus diesem Grund starten wir jetzt ein kleines Recyclingprojekt, indem wir an unserer Schule die leeren Sachets sammeln, dann werden sie zu einer Recyclingfirma gebracht oder wie basteln mit den Kindern verschiedene Dinge daraus.
Ich habe begonnen für jede Klasse einen Mülleimer aus diesen Sachets zu nähen. Die Kinder sollen sehen, dass man den eigenen Müll auch wiederverwenden kann. Ich hoffe, dass wir dadurch zuminest eine kleine Sensibilisierung erreichen.

Donnerstag, 6. Januar 2011

Neues Jahr, neues Glück- 1. Schulwoche doch: „Where are all the teachers and students?“


 Ich hoffe, dass ihr alle gut in das neue Jahr 2011 gestartet seid und schön gefeiert habt.
Mein Silvester war erstaunlicherweise auch ziemlich gut.
Der Plan sah wie folgt aus:
  1. Gegen Nachmittag nach Accra fahren und dort in einem Hostel die anderen Freiwilligen treffen
  2. Mit diversen alkoholischen Getränken den Abend einleiten
  3. passende Diskothek zum Feiern finden
  4. früh morgens zusammen mit Lisa wieder nach Hause fahren (wir waren die Einzigen, die nicht in Accra übernachten wollten, da diese Stadt ganz und gar nicht unser Fall ist, jedoch die einzige Möglichkeit darstellt, mal richtig zu feiern)
Es ist kaum zu glauben, aber dieser Plan hat sogar wirklich funktioniert! Ich glaube es war das erste Mal, das etwas hier in Ghana „nach Plan“ liefJ
Falls es euch interessiert, wo ich ins neue Jahr gefeiert habe, hier der Link:
Es war zwar ein etwas kostspieliger Abend, aber man gönnt sich ja sonst nichts, außerdem war es SilvesterJ
Da ich am 1.01 erst morgens um 7 heimgekommen bin, habe ich den Rest vom Tag überwiegend mit Schlafen und nichts tun verbracht.
Der 3.01 war dann auch schon wieder mein letzter Ferientag und um diesen richtig zu genießen, sind Ko Lisa und ich an den Kokobongo Strand gefahren und haben uns den ganzen Tag die Sonne auf den Bauch strahlen lassenJ
Die Ferien sind vergangen wie im Flug! Die erste Schulwoche bin ich ohne Lena im Projekt, da sie noch mit ihrer Familie bis zum 8.01 unterwegs sein wird.

So nun zu meiner „produktiven“ 1. Schulwoche:
Als ich am Dienstag pünktlich um 7:15 Uhr in der Schule auftauchte, erwartete mich eine gähnende Leere. Weder ein Schüler noch irgendein Lehrer waren anzutreffen.
Was macht die Mona? –Warten, wie so oft!
Bis 9 Uhr sind dann genau 2 Lehrer von den eigentlich 7 und 10 Schüler von 100 aufgetaucht.
Da es für mich somit nichts zu tun gab, bin ich nach Cape Coast gefahren um meinen Check für Januar bei der Bank einzulösen. Das ganze wurde dann noch mit einem Mittagessen mit Lisa verbunden.
Doch kaum war ich in Mankessim angekommen und wollte fürs Taxi bezahlen, da eröffnete mir der Fahrer, dass die Preise um 30% erhöht wurden (von einen Tag auf den anderen!!!), weil der Spritpreis teurer geworden ist. Hoffentlich wirkt das sich jetzt nicht auch noch auf die ganzen Lebensmittelpreise aus!

Mittwoch den 5.01 bin ich etwas später in die Schule, da ich die Bücherei wieder auf Vordermann gebracht habe und mir meine Intuition sagte, dass wieder so wenige anwesend sein werden.
So war es dann auch. Als ich gegen halb 9 in die Schule kam, waren insgesamt 20 Kinder da und 3 Lehrer, von meiner „lieben Chefin“ jedoch, war weit und breit nichts zu sehen!
Da kein Unterricht stattfand, habe ich noch ein paar Dinge in der Stadt erledigt. Ich bin zur Schneiderin, um mir wieder ein neues Kleid anfertigen zu lassen, dann wie immer zum Post Office, nur um wieder enttäuscht in die leere Post Box zu schauenL
Den Rest vom Tag habe ich den Waterbag Müllereimer fertig genäht (Beweisfoto folgt bald!) und Filme geschaut.
Ich freue mich wenn Lena ab Sonntag wieder da ist, so langsam wird es langweilig alleine zu Hause!
Da mir die Lehrer eröffnet haben, dass die erste Woche so gut wie niemand zur Schule kommt, werde ich die meiste Zeit hier in der Wohnung verbringen und Lesen, Filme schauen, diesen Blogeintrag schreiben und vielleicht anfangen einen zweiten Mülleimer für die Schule zu nähen. Am Samstag geht es dann mal wieder nach Accra. Dort werde ich mich mit Lena und ihrer Familie treffen, um ihr die Sachen zu bringen, die wieder mit nach Deutschland genommen werden und um mich von allen zu verabschieden.

Dienstag, 28. Dezember 2010

Sandige Weihnachten…


Da ihr ja bereits alle über meine Weihnachtspläne bestens informiert gewesen seid, möchte ich gar nicht zu viel schreiben und einfach ein paar Beweisfotos online stellen.
Blogfans mit Facebookanschluss sind dabei wieder klar im Vorteil, da sie diese Bilder schon kennen werden;)

Nur so viel: Es waren Dank meiner Freiwilligen Family (ihr seid die Besten!) ein paar schöne, unweihnachtliche und irgendwie auch unvergessliche FeiertageJ
Doch habe ich fest beschlossen Weihnachten wirklich NIE wieder ohne meine Familie zu feiern!
Komisch, dass man erst in ein anderes Land fahren muss, um zu merken wie wichtig das ganze Familien Ding an Weihnachten ist, oder?

Silvester werde ich in Accra mit vielen anderen Feiern gehen und somit wünsche ich euch schon einmal einen guten Start ins neue Jahr 2011!

Simon und Ko

s´Fantl, Obruni 2 oder einfach die Lisa:) 

Lena&Lisa

meine Lieben:)


Mister Seimoon




Kosa 


lecker Käsespätzle:)


unser Festessen mit richtiger Weihnachtsdeko!

...Selbstauslöser...

Bescherung 





Sonntag, 19. Dezember 2010

Weihnachten rückt immer näher


 
Die letzte Schulwoche ist geschafft, das Wochenende ist vergangen wie im Flug und nun ist es Sonntagnachmittag und ich realisiere, dass bereits in 5 Tagen Weihnachten ist.
Auf der einen Seite bereitet es mir ein mulmiges Gefühl im Bauch, da ich weiß, dass ich Weihnachten zum ersten Mal ohne meine Familie und dazu in einem anderen Land bei 30 Grad feiern werde. Auf der anderen Seite freue ich mich irgendwie auf  „mein etwas anderes Weihnachten“J
Am 23.12 werden Lena und ich in die Cape Coast WG zu Lisa fahren und einen gemütlichen Mädelsabend machen. An Heilig Abend geht es mit (fast) der ganzen Freiwilligen Family an den Strand und abends werden Lena, Lisa & ich Käsespätzle machen und zum Nachtisch gibt es Linzertorte (extra von Lisas Eltern mitgebracht).
Klingt doch eigentlich gar nicht so schlecht oder? Ich freue mich drauf!
Am 25.12 sind wir zum Mittagessen bei einer Gastmami eingeladen und anschließend holen wir Lenas Familie in Accra vom Flughafen ab.
Den 26.12 verbringe ich mit Lenas Familie in Asikuma und es werden bestimmt jede Menge mitgebrachte Plätzchen und Lebkuchen verdrückt J
Langweilig wird mir während diesen Tagen bestimmt nicht und das ist auch gut so!

Nun aber genug von meinen Weihnachtsplänen.
Meine letzte Schulwoche verlief leider nicht sehr harmonisch. Ich hatte eine kleine Auseinandersetzung mit unserer Schulleiterin.
Lena arbeitete gerade an ihrem Afrika Plakat und benötigte dadurch einen ganzen Schreibtisch im Office. Den zweiten Schreibtisch wollte ich benutzen, um ein großes Plakat über Recycling und Mülltrennung zu gestalten. Bevor ich damit jedoch beginnen konnte, kam Madam Lisbeth ins Office, setzt sich mir gegenüber und fängt an in irgendwelchen Büchern zu blättern. Als ich sie dann fragte, ob es für sie möglich wäre woanders zu arbeiten, antwortete sie mir, dass sie den Platz nun bräuchte. Ich habe ihr dann vorgeschlagen, dass sie doch an ihrem eigenen Schreibtisch in der Nursery arbeiten könnte, außerdem wären die Kinder sonst auch völlig unbeaufsichtigt gewesen. Dann antwortete sie mir doch im Ernst, dass sie nicht zurück zu ihrer Klasse will, weil die Kinder ihr zu laut sind und ihr Kopfschmerzen bereiten würden
.
Hatte sie das eben wirklich gesagt? Da überlässt die Schulleitern, die eigentlich mit gutem Beispiel voran gehen sollte, ihre 2-4 jährigen Nursery Kinder völlig unbeaufsichtigt sich selbst. Das hat mich soooo wütend gemacht!
In diesem Moment konnte ich mich einfach nicht mehr zurück halten und habe ihr ins Gesicht gesagt, dass sie doch nicht einfach ihre Klasse alleine lassen könnte, nur weil sie die Kinder nerven. Außerdem  brauchte ich den Platz, hatte keine Ausweichfläche und konnte mich ja schlecht auf den Boden setzen.
Dann hat sie mir zu verstehen gegeben, dass es eine Frechheit wäre, das ich ihr da unterstelle.
Nun kann sie mich nicht mehr leiden, was von meiner Seite aus seit der ersten Woche auf Gegenseitigkeit beruht.
Ich bin gespannt wie das die nächsten 8 Monate weiter gehen wirdJ

Nach dieser eher unschönen letzten Schulwoche, war zumindest das Wochenende schön!
Samstags sind Lena und ich zuerst nach Cape um ein paar Einkäufe zu erledigen. Anschließend ging es an den Kosa Strand, um Simons Geburtstag nachzufeiern. Lisa war bereits vor uns dort, da sie dort gerade ein paar Strandtage mit ihren Eltern verbringt. Als ich das Meer, die Palmen und den Strand gesehen habe, konnte ich mir kaum vorstellen, dass in Deutschland gerade der Schnee wütetJ
Abends waren wir in Cape noch was trinken und haben dann die Nacht in der Cape WG verbracht. Die Nacht war Dank diversen Spielen ziemlich kurz und so sind wir den Vormittag ganz gemütlich mit Kaffee und  mal wieder einer Runde Trivial Pursuit angegangen. Nun bin ich wieder in Asikuma und warte sehnsüchtig darauf, dass das Internet, welches seit 2 Tagen nicht mehr funktioniert, wieder anspringt!

Meine lieben Freunde, Familie und alle, die meinen Blog lesen: Ich wünsche euch ein erholsames, besinnliches, gemütliches und eben einfach schönes WeihnachtsfestJ
Ich bin in Gedanken bei euch!

Donnerstag, 16. Dezember 2010

It´s nice to be nice

Nun ist es auch schon wieder ein Weilchen her, dass ich meinen letzten Blogeintrag online gestellt habe und seitdem ist so einiges passiert.
Vom 3.12-6.12 bin ich mit anderen Freiwilligen in die Volta Region, welche nördlich von Accra, nahe der Togo Grenze liegt, gefahren, um dort die Wli Wasserfälle und den höchsten Berg Ghanas zu erkunden.
Freitags in der Früh haben wir (Lena, Simon und ich) uns zuerst auf den Weg nach Accra gemacht, um von dort weiter nach Hohoe zu fahren. Leider war das Trotro nach Hohoe sehr begehrt und die Leute haben sich regelrecht um die Sitzplätze geprügelt. Also mussten wir mal wieder über eine Stunde warten, bis wir drei Plätzchen gefunden hatten. Die Fahrt war leider nicht sehr angenehm. Da wir allein 2 Stunden gebraucht haben, um aus Accra raus zu kommen und der Rest der Strecke ziemlich holprig war, sind wir erst nach etwa 10 Stunden Fahrt in Hohoe angekommen.
Dort haben wir uns für eine Nacht in einem SEHR einfachen Hotel eingemietet, denn wir wollten direkt am nächsten Morgen weiter nach Wli zu den Wasserfällen. Als wir nach ewig langer Restaurantsuche fündig geworden sind und wir uns gerade Käse überbackene Nudeln mit Hühnchen gönnten, wurde Simon plötzlich von Matthias angerufen.
Und zwei Stunden später waren wir dann nicht mehr 3 sondern 6 Obronis auf der Durchreise nach WliJ

Als wir Samstagmorgen in Wli angekommen waren, mussten wir uns zuerst um eine Unterkunft kümmern, da wir mit unserem ganzen Gepäck im Schlepptau nicht zu den Wasserfällen laufen wollten. Zu unsrer Freude hatte die von Deutschen geführte Waterfall Lodge noch ein Zimmer frei. Es ist einfach sooooo wunderschön dort.
Neben dem sauberen, großen Zimmer mit eigenem Bad (welch Luxus!) besitzt die Lodge einen richtig schönen Garten mit Panoramablick auf die Berge und den Wasserfall. Außerdem ist das deutsche Ehepaar (vor 7 Jahren nach Ghana ausgewandert) sehr gastfreundlich und durch die persönliche Atmosphäre habe ich mich richtig wohl gefühlt.
Nachdem die Rücksäcke abgestellt waren und wir ausreichend mit Wasser und Essen ausgestattet waren, ging es los zu den Wasserfällen.
Der Weg in der tropischen Hitze war zwar sehr anstrengend, doch hat auch irgendwie Spaß gemacht und als wir dann nach etwa 2 ½ Stunden Fußmarsch den Wasserfall zu Gesicht bekamen, war mir sofort klar, dass sich die Anstrengung zu 100% gelohnt hatte.

Es war traumhaft schön! Ich will gar nicht so viel von dem Erlebnis beschreiben, weil es mir schwer fällt das alles in Worte zu fassen. Schaut euch einfach die Bilder an, ich glaube das reicht ausJ
Den Abend haben wir dann mit einem super leckeren Barbecue und einer Runde Kniffel ausklingen lassen.

Sonntags stand das Erklimmen des höchsten Berges Ghanas „Afadzato“ auf dem Programm.
Bevor die Tour starten konnte, mussten wir uns zuerst ein Taxi für den ganzen Tag mieten, da man auf anderem Wege den abgelegen Berg nicht erreicht.
Nach ewigen Preisdiskussionen mit dem Taxifahrer, bei denen sich dann auch noch irgendwelche Dorfbewohner  mit eingemischt haben, ging es los.
Die „Wanderung“ zu dem Berg war eher ein SEHR anstrengender Treppenaufstieg. Auch wenn ich unterwegs viel geflucht habe und am Dauerschwitzen war, so hat die Aussicht am Ende alle Anstrengung entschädigt.
Traumhaft schöne Tropenlandschaft und im Hintergrund hat man noch Trommeln gehört. Ein einmaliger Moment!
Als wir den „Abstieg“ alle heil überlebt hatten, ging es wieder zurück zur Lodge in Wli und dort wurde sich von den Anstrengungen der letzten Tage bei einem guten Buch ausgeruht.
Ich glaube dieses Wochenende steht in meiner Ghana Favoriten Liste ganz weit obenJ

Montags haben Simon, Lena und ich uns noch einen Kaffee gegönnt, der Rest der Jungs ist schon früher zurück nach Accra, da sie sich um die Visa für ihre Westafrikareise kümmern mussten. Gegen 10 Uhr haben wir uns dann auf den Weg Richtung Zwischenseminar in Accra gemacht. Doch kaum waren wir aufgebrochen, wurde uns drei klar, dass irgendetwas mit dem Kaffee nicht in Ordnung war, denn uns ging es miserabel!
Die Taxifahrt von Wli bis nach Hohoe (von dort mussten wir ein Accra Trotro nehmen) war der reinste Spießroutenlauf.
Uns allen drei war schlecht und so haben wir in Hohoe noch eine Weile Frühstückspause gemacht, bis sich unsere Kreisläufe wieder erholt hatten.

Gegen Nachmittag standen wir dann mit Sack und Pack im Ded Gästehaus in Accra, wo uns schon ein paar andere Freiwillige begrüßten.
Auf dem Zwischenseminar hat jeder sein Projekt vorgestellt, Probleme wurden angesprochen, bisher Erlebtes reflektiert und zum Abschluss haben wir alle noch eine persönliche Zielkollage für die kommenden 3 Monate gestaltet. Mir hat es sehr gut getan alle mal wieder zu sehen, mit denen ich eingereist bin. Man teilt so viele Probleme aber auch schöne Erlebnisse.
Die Zeit ist wie im Flug vergangen, da kommt man gerade erst in Accra an und schon ist wieder Freitag und ich fahre zurück nach Asikuma.
Bei der Heimfahrt habe ich noch ein paar einmalige Dinge erlebt. Oh mann, manchmal kann ich über einige Ghanaer einfach nur den Kopf schütteln und mir fallen keine Worte mehr ein.
Wir (Annette, Ko, Torben, Marie &ich) standen an der Trotro Station und warteten seit über einer Stunde (in der prallen Sonne) in einer ewig langen Schlange auf ein Trotro. Ok, es war Freitag und die Pendler wollten auch alle nach Hause, da ist es schon mal normal, wenn so viele Leute in einer Schlange stehen. Doch als dann das Trotro kam und die Tickets verkauft wurden, hat sich die Schlange plötzlich zur Hälfte aufgelöst und manche sind einfach wie die Blöden auf den Ticketschalter zugestürmt. Warum bitteschön existiert dann überhaupt erst eine Schlange:-D Völlig überflüssig, wenn sich am Ende doch alle kreuz und quer auf die Tickets stürzen.
Im Trotro hatte ich dann auch noch das Glück neben der biggest Big Mama zu sitzen, die ich je hier gesehen habe. Somit klebte ich 4 Stunden (2 Stunden Stau innerhalb Accra) an der 150 Kilo Frau und dabei sind mir sämtliche Gliedmaßen eingeschlafen.
Doch immerhin bin ich gegen 20 Uhr gut in Asikuma angekommen und habe somit insgesamt 5 Stunden für eine Fahrt gebraucht, die normalerweise nur 2 ½ beanspruchtJ



der Panoramablick der Wli Waterfall Lodge





wie praktisch, dass es Trekkingsandalen gibt:)




der höchste Berg Ghanas